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Gesangliche Weihnachtsgrüsse aus fernen Ländern
Evangelischer Kirchenchor und TonArt gestallteten Adventskonzert in der Stadtkirche Hungen
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Nächste Veranstaltung:
27.-29.04.2012 Probenwochenende in Ilbenstadt
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20 Jahre ArtChor Langsdorf und Thomas Bailly
Als am ersten Adventssonntag in der evangelischen Kirche von Lich-Langsdorf drei Chöre zeitlich versetzt und an verschiedenen Orten im Raum ihre Stimmen erhoben und sangen: „Jauchzet dem Herren, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken, gehet zu seinen Toren ein mit Danken“, konnte niemand im Gotteshaus vor Gänsehaut sicher sein. Das dreidimensionale Raum- und Klanggefühl unterstrich die frohe Botschaft jener Zeilen aus dem 100. Psalm, den Heinrich Schütz vertonte.
Grund zum Frohlocken hatten die Chöre ArtChor Langsdorf , TonArt Hungen (Leitung Thomas Bailly) und Cantiamo im Frohsinn Ockstadt (Leitung Hermia Schlichtmann) fürwahr: zum zweiten Mal nach dem Jubiläumskonzert im Kirschendorf konnten sie nicht nur als Tripel-Chor das barocke Meisterwerk in der selten zu hörenden „Dolby-Surround“-Fassung aufführen, sondern sich auch mit vorweihnachtlichen und geistlichen Werken zwischen Gregorianik, Gospel und Moderne in das festliche Adventskonzert einbringen. Ein Konzert, das zugleich auch ein Jubiläumskonzert war.
Seit nahezu 30 Jahren hat sich der Chorleiter und Musikpädagoge aus Wölfersheim dem Chorgesang in all seinen Facetten verschrieben. Zahlreiche Chöre in der Wetterau standen schon unter seiner Leitung, Bailly bildete über viele Jahre hinweg am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt im Auftrag des Hessischen Sängerbundes Chorleiter aus und rief 1992 auch dessen Chorstudio als jährliche Fortbildungsplattform für Chorleiter ins Leben. Allein sieben Chorgründungen sind eng mit einer Persönlichkeit verbunden, die für den guten Ton sorgt und unbändige Freude am Singen vermittelt. Doch so lange wie in Langsdorf hat Thomas Bailly noch bei keinem Chor den Taktstock geschwungen.
Zwölf Jahre nach Gründung des evangelischen Jugendchores übernahm ihn 1989 der damalige Langsdorfer „Concordia“-Chorleiter Thomas Bailly von Pfarrersgattin Ursula Enke. Ein derartiger Jugendchor sei damals etwas ganz Ungewöhnliches gewesen, heute gebe es eine riesige Auswahl an Literatur, berichtet Bailly. Damals wie heute schlössen sich regelmäßig neue Konfirmanden aus der Kirchengemeinde an, sodass sich das zwischenzeitlich in ArtChor umbenannte Ensemble trotz höheren Durchschnittsalters stets verjünge und „selbst neu erfindet“, wie Bailly es ausdrückt. Nachdem der Chor zu seinem 15. Geburtstag mit kompletter Chorwoche in Oberwesel seinen zahlenmäßigen Höhepunkt von 32 Sängern erlebte, pendelte sich die Zahl auf derzeit 18 Sänger im Alter zwischen 17 und 35 Jahren ein. Ein Drittel ist fast solange dabei wie Bailly, andere traten jüngst in die Fußstapfen ihrer Eltern.
Obschon die Orts- längst keine Chorgrenzen mehr sind, sei die persönliche Bindung in der kleinen Besetzung besonders intensiv, unterstreicht Bailly. In freundschaftlich-lockerer Atmosphäre stelle der ArtChor das Musikalische in den Vordergrund, feile mit großer Einsatzbereitschaft am breiten Spektrum zwischen Gregorianik und Moderne und besteche durch Flexibilität. Über 250 Chorwerke habe man in 20 Jahren erarbeitet. Schwerpunkten wie neuen geistlichen Liedern oder Spirituals hätten sich stets neue Themen wie Musicals, Film- oder europäische Chormusik hinzugesellt. „Eine derartige Qualität habe ich sonst noch nicht erlebt“, ist mit Bass Björn Fay einer der beständigsten ArtChoristen voll des Lobes für neue Ideen, Schwung und Motivationskunst des Chorleiters.
Bailly: „Neben der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und Feiern sorgt die beschränkte Zahl an Konzertauftritten, die regelmäßige Teilnahme an internationalen Chorprojekten und die Kooperation mit Chören in der Region für Konzentration auf das Wesentliche: die gute Musik.“ So etwa beim Auftritt in Ockstadt vor zwei Monaten, wo das durch Krankheit auf 13 Sänger eingeschmolzene Ensemble über sich hinauswuchs und mit einem magischen Auftritt zu Ovationen hinriss. „Wir freuen uns riesig auf den Gegenbesuch“, strahlten die Sänger und dachten dabei auch an das dritte Konzert des Tripel-Chores am heutigen dritten Adventssonntag in Hungen gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenchor und TonArt Hungen.
Bericht: Annette Hausmanns, 02.12.2009
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