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Liebe zwischen Liedern & Lyrik (8.7.2023)

SchlossAkkord20231SchlossAkkord 2023: TonArt im Schlosshof Hungen

Von romantisch bis abgedreht – Über 200 Zuhörer

So sieht wahre Begeisterung aus: Trotz drückender Hitze hatten sich im Innenhof des Hungener Schlosses weit über 200 Zuhörer eingefunden, um den Chören „TonArt Hungen“ und „ArtChor Langsdorf“ zu lauschen. Das Traditionskonzert „SchlossAkkord“ hat sich offenbar als fester Anker im Kultursommer auch weit über Hungen hinaus etabliert.

Was nicht nur an der herrlich lauschigen Schlosskulisse liegen kann oder an der kulinarischen Rundum-Versorgung mit Grill und Wein. Beide Chöre stellten einmal mehr ihren Ruf unter Beweis, dass sie regional zur Spitzenklasse zählen dürfen.

Liebeslieder und Gedichte

SchlossAkkord2023xGastgeber TonArt unter der Leitung von Jochen Stankewitz begann den Reigen mit Liebesliedern aus drei Jahrhunderten. Der Bogen spannte sich von dem sehr tänzerischen „Zart schöne Jungfräulein“ aus der Renaissance bis hin zum jazzigen „When I fall in love“ aus den Fünfzigern. Dazwischen Stücke wie das derbe „Matona mia Cara“ und ein etwas abgedrehtes „Mein blaues Einhorn, es lief fort“, arrangiert von Uwe Henkhaus. Die sehr unterschiedlichen Anforderungen solcher Werke, mal romantisch gefühlvoll, mal tüpfelnd wie vom Cembalo, oder auch rhythmisch komplex und gegenläufig, meisterte der Chor mit Bravour und großer Ausdruckskraft.

TonArt verknüpfte die Lieder jeweils mit passenden Gedichten, von Ringelnatz bis zum mittelhochdeutschen „Du bist myn“. Die Zuhörer dankten diesem Konzept mit hoher Aufmerksamkeit und viel Beifall. So manchem merkte man seine Ergriffenheit deutlich an, hier und da kam sogar ein Taschentuch zum Einsatz.

"Wie geht's?": Handshake für die Zuhörer

Im Blauen Saal des Schlosses begrüßte dann der ArtChor (Leitung Thomas Bailly) seine Zuhörer schon beim Einzug persönlich und mit Handshake: „Hallo, hallo, wie geht’s, wie steht‘s?“ war der Start zu Oliver Gies‘ „Nette Begegnung“ und ließ den Funken sofort überspringen. Es folgten eine Reihe weiterer peppig-aktueller Lieder, das gefühlvolle „Flower of Beauty“ von John Clements, ein Shanty und schließlich mit Piano-Begleitung „Gabriellas Sang“ der Schweden Stefan Nilsson und Lars Wellenäs. Der Langsdorfer Chor profitierte dabei sehr von seinen überwiegend jugendlichen Stimmen – in letzter Zeit noch einmal deutlich aus einem Nachwuchschor heraus verstärkt.

Die Zuhörer durften sich entscheiden, parallel zu TonArt in die Schlosskapelle der nahen Kirche zu gehen oder erst im zweiten Block, denn beide Chöre gaben ihr Zwischenprogramm zwei Mal. In der wunderbaren Akustik der Kapelle sang TonArt geistliche Lieder, vom machtvollen „Laudate Dominum“ bis zum gefühlvollen „Notre Père“, dem französischen Vaterunser. Die Stimmstärke des Chores kam hier besonders zur Geltung, ja, er konnte es sich sogar erlauben, ein wenig auf die Bremse zu treten – was den Klang präzise und feiner werden ließ.

Stimmungsvolle Highlights zum Schluss

SchlossAkkord20235Stimmungsvoll wurde es zum Abschluss noch einmal im Schlosshof. Für das Finale hatten beide Chöre Highlights ausgewählt. Abend- und Nachtlieder kamen von TonArt, der ArtChor brachte eine „Hallelujah“-Trilogie mit dem vielfach gesungenen Welthit von Leonhard Cohen als Höhepunkt. Zusammen wünschten die Chöre dann dem Publikum einen guten Heimweg mit „An Irish Blessing“ – wunderbar in die Abenddämmerung gesungen...

Ein insgesamt sehr gelungener Konzertabend – mit einem kleinen Wermutstropfen: Aufgrund des nicht erwarteten großen Zuspruchs fanden nicht alle Interessenten Platz im Blauen Saal oder der Chorkapelle. Hier werden sich die Organisatoren für 2024 Verbesserungen einfallen lassen.